Unser Leitbild

 

Präambel

„Die Lichtblick Wahlde gemeinn├╝tzige GmbH hat sich zur Aufgabe gemacht für seelenpflegebedürftige Erwachsene und Jugendliche, die in Folge ihres körperlichen, seelischen oder geistigen Zustandes auf die Hilfe anderer angewiesen sind, selbstlos zu unterstützen, ohne Rücksicht auf Weltanschauung, Religion und Nationalität“.

 

Auf Basis dieses Auftrages aus der Vereinssatzung gibt sich die Mitarbeiterschaft der Hofgemeinschaft Wahlde das folgendes Leitbild:


Hinweis:
Aus praktischen Gründen zur Lesbarkeit des Textes wird im folgenden bei Personenbezeichnungen durchgehend die männliche Form gewählt – gemeint ist damit aber gleichzeitig auch die weibliche Form.


Unsere Vision

Wir wollen ein „Lichtblick“ sein, um mit und für Menschen mit besonderem Hilfebedarf Lebensräume zu gestalten und zu verwirklichen, getragen aus dem Bewusstsein, dass der individuelle Wesenskern des Menschen stets unversehrt und in seiner Würde unantastbar ist.
Wir erweitern unsere fachliche und pädagogische Qualifikation durch eine Orientierung am anthroposophischen Welt- und Menschenbild Rudolf Steiners. Im bewussten Ergreifen dieses Impulses liegt für uns ein Kraftquell unserer sich entwickelnden Gemeinschaft.

 


Unsere Aufgaben

Im Mittelpunkt unseres Handelns stehen die sich uns anvertrauenden erwachsenen Menschen mit besonderem Hilfebedarf.

 

Wir ermöglichen durch vielfältige Förderungen die Erhaltung und Weiterentwicklung ihrer individuellen Fertigkeiten und Fähigkeiten.

 

Wir fördern verantwortliches Tun und selbstständiges Handeln.

 

Wir streben für die von uns betreuten Menschen mit Hilfebedarf eine aktive Teilnahme und Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben an.

 

Wir unterstützen unsere zu betreuenden Menschen beim Übergang in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt mit den von ihnen ausgehenden Anforderungen. Unsere Qualifizierung- und Ausbildungsinhalte werden stetig dem Bedarf entsprechend weiterentwickelt und berücksichtigen die Relevanz für den Arbeitsmarkt.

 

Wir stellen uns im Dialog mit dem sozialen Umfeld den Herausforderungen der Gegenwart und pflegen einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen.

 


Unsere Methoden

Wir verstehen das Leben der Hofgemeinschaft in seiner Gesamtheit als einen sozialen Organismus, in dessen Mittelpunkt der Mensch mit seinem Denken, Fühlen und Wollen steht.

 

Wir verfolgen das Ziel, den Menschen mit besonderem Hilfebedarf in seinem individuellen Schicksal auf leiblicher, seelischer und geistiger Ebene Entwicklungsräume zu erschließen.

 

Gemeinsam wollen wir den Alltag mit allen seinen Handlungszusammenhängen gedanklich und fühlend durchdringen, um ihn bewusst in seinem größeren Sinnzusammenhang tätig ergreifen zu können.

 

Im sozialen Gefüge der Gemeinschaft wollen wir voneinander lernen und auf gegenseitige Hilfe vertrauen. Weiterentwicklungen von individuellen Fähigkeiten werden gefördert, in dem selbsterziehende und selbsteinsichtige Momente aktiviert werden.

 

Wir schaffen für die Menschen mit besonderem Hilfebedarf Raum um ihre Belange, Ziele und Impulse soweit wie möglich selbstbestimmt zusammenzutragen und an der Gemeinschaft gestaltend einzubringen.

Möglichkeiten dazu bieten die regelmäßig stattfindenden

• Wohnhausbesprechungen

• Beiratsratssitzungen

• Werkstattversammlungen

• Individuelle Sprechstunden.

 

In regelmäßigen Konferenzen werden Aspekte des individuellen und gemeinschaftlichen Lebens bearbeitet und weiterentwickelt unter anderem in

• der Leitungs- / Verwaltungskonferenz

• den Wohnhauskonferenzen

• den Werkstattkonferenzen

• den gemeinsame Konferenzen

• der Qualitätszirkelarbeit in allen Konferenzen (alle 4–6 Wochen)

 

Zu aktuellen Anlässen bilden sich themenbezogene Arbeitskreise. Je nach Bedarf wird Raum für Einzelgespräche gegeben.

 

In individuellen und gemeinschaftlichen Fort- und Weiterbildungen, Tagungen, Verbandstreffen, durch regelmäßige Umfragen und anderes wird unser Themenkanon gezielt um therapeutische, sozialtherapeutische, medizinische, produktionsorientierte, rechtliche und sozialpolitisch relevante Inhalte erweitert.

 


Unsere besonderen Lösungen

Die ehemalige Hofstelle in Wahlde, der Lebens- und Arbeitsraum unserer kleinen überschaubaren Gemeinschaft liegt eingebettet in die Natur des Landschaftsschutzgebietes „Dammer Berge“.

 

In zwei Hausgemeinschaften leben jeweils 10 Bewohner in Einzelzimmern. Ihnen stehen großzügige Gemeinschaftsräume und Freiflächen zur Verfügung.

 

Unsere Bewohner werden durch qualifizierte Mitarbeiter-Teams in ihrer alltäglichen Lebensgestaltung, je nach ihrem individuellen Hilfebedarf betreut und gefördert.

 

Die bewusste Gestaltung der zeitlichen Rhythmen von Tag und Woche, Monatsfolge und Jahreslauf stellt für uns eine besondere Qualität dar. Tragende Elemente in der gemeinschaftlichen Begegnung sind neben den täglichen Morgen- und Abschlusskreisen die den Wochengang strukturierenden Freizeitaktivitäten. Das Feiern der großen religiösen und sozialen Feste rundet zusammen mit der Würdigung der persönlichen Jahrestage den Kanon ab.

 

Wir sind bestrebt, das künstlerische Schaffen in den Alltag einfließen zu lassen, weil es individuelle Entwicklungen und soziale Prozesse unterstützen kann. Bei entsprechender Indikation treten die Künste auch als gezielte Therapie hinzu.

 

Für die Gesunderhaltung und Heilung des Menschen und der Erde legen wir Wert auf biologische und biologisch-dynamische Produkte.

 

Aus einer ganzheitlichen Betrachtung von Mensch und Natur heraus achten wir auf die Verwendung naturbelassener und schadstofffreier Qualitäten bei den Materialien für Raumausstattung und Kleidung.

 

Ebenso unterstützen wir eine den Menschen in seiner Ganzheit erfassende medizinische Versorgung auf der Grundlage von Naturheilverfahren und anthroposophischer Medizin.

 

Die Betätigung in einer sinnerfüllten Arbeit ist wesentlicher Bestandteil eines selbstbewussten Lebenswertgefühles. Fachlich qualifizierte Mitarbeiter gestalten die Arbeitsplätze nach den Bedürfnissen und Möglichkeiten unserer Menschen mit besonderem Hilfebedarf.

 

Die Arbeit in den Werkstätten und in der beruflichen Bildung ist an der Zufriedenheit unsere Auftraggeber für die Produktion und Dienstleistungserbringung orientiert. Wir erbringen unsere Leistungen verbindlich und vertragsgerecht.

 

Wir orientieren uns dabei an handwerklichen Berufsfeldern und an einfachen Dienstleistungsbereichen. Wir bieten Tätigkeiten an unter anderem in

 

• der Küche

• der Hauswirtschaft

• der Tischlerei

• der Hausmeisterei

• einer biologisch-dynamischen Gärtnerei

• der Gartenpflege

• der Weberei

 


Innenverhältnis

Von großer Bedeutung für eine fruchtbare vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Wohle unserer Betreuten ist uns eine offene Kommunikation zwischen Vorstand, Eltern, gesetzlichen Betreuern und Mitarbeitern. Gegenseitige Achtung, Wertschätzung, gegenseitiger Respekt und die Fähigkeit, mit Kritik konstruktiv umzugehen, sind uns dabei sehr wichtig.

 

Der Vorstand als hauptverantwortliches Gremium trifft wesentliche Entscheidungen finanzieller, personeller und juristischer Art. Auf den regelmäßig stattfindenden Vorstandssitzungen wird über die Arbeit in der Einrichtung in Kooperation und Abstimmung mit der Heim- und Werkstattleitung Rechenschaft abgelegt.

 

Jeder Mitarbeiter ist verantwortlich innerhalb seines Arbeitsbereiches (Werkstätten, Wohnhäuser, Verwaltung) tätig und trägt Verantwortung für die Realisierung des Leitbildes und des Konzeptes unserer Gemeinschaft.

 

Die einzelnen Konferenzen dienen der Transparenz, der gegenseitigen Wahrnehmung, dem Austausch, der Beratung und der Beschlussfassung.

 

Eine konstruktive Auseinandersetzung mit den Schritten von Wahrnehmung – Urteil – Beschluss – Überprüfung ist die Basis für gemeinsame Entscheidungsprozesse.

 

Kollegiale Beratungen und Supervision und bei Bedarf Einzelgespräche unterstützen uns bei der Gestaltung einer zielorientierten Zusammenarbeit.

 


Stellung zum Umfeld

Durch einen positiven Zuspruch und die Unterstützung vonseiten der Behörden und eines in ideeller, tatkräftiger und finanzieller Weise wohlwollenden Umfeldes können wir für unsere Menschen mit besonderem Hilfebedarf Arbeits- und Lebensraum realisieren.

 

Wir pflegen eine gute Nachbarschaft und heißen interessierte Gäste stets willkommen. Zu unseren Jahresfesten sowie Veranstaltungen wie Konzerten, Vorträgen, Führungen oder zu unserem Tag der offenen Tür laden wir die Öffentlichkeit regelmäßig ein.

 

Durch unseren Hofladen, durch unsere Produkte und Dienstleistungen aus den Werkstätten pflegen wir beständigen Kontakt nach außen und schaffen neue Beziehungen.

 

Wir nehmen mit unseren Bewohnern kulturelle, gesellschaftliche und therapeutische Angebote im Umfeld wahr. Wichtig ist uns dabei der Kontakt zur Bevölkerung sowie zur örtlichen Geschäftswelt.

 

Wir sind offen für junge Menschen, die einen Praktikumsplatz suchen, die Zivildienst leisten müssen, ein Freiwilliges Soziales Jahr ableisten möchten oder einen Ausbildung in der Heilerziehungspflege aufnehmen wollen.

 

Unser Anliegen ist es durch gezielte Umfragen die Qualität unserer Arbeit weiterzuentwickeln und aktuelle Fragen ebenso wie neue Impulse in der Aktualisierung unseres Konzepts zu berücksichtigen.

 

Wir nehmen Beschwerden unsere Kunden und Auftraggeber ernst. Dazu haben wir ein aktives Beschwerdemanagement installiert, das zeitnah und präventiv eingesetzt wird.


„Nichts wird in der Zukunft existieren was nicht im Jetzt geschaffen wurde“
(unbekannt)

 

Erstellt nach Vorgaben aus unseren Klausuren in 2008. Erweitert nach den Anforderungen nach der AZAV im Januar 2013